From the magazine recht 1/2020 | S. 32-36 The following page is 32

Kritische Anmerkungen aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht zu den Bundesgerichtsurteilen 6B_933/2018 vom 3.10.2019 und 6B_828/2019 vom 5.11.2019

Die im Titel genannten Urteile1 befassen sich mit dem Begriff der «schweren psychischen Störung» der Art. 59 und 63 StGB. Die psychiatrischen Autoren der nachfolgenden Ausführungen anerkennen, dass es sich dabei um einen Rechtsbegriff handelt, der im Rahmen der juristischen Auslegung zu definieren ist. Allerdings haben die vorgenannten Urteile Auswirkungen auf die Methodik der sachverständigen Begutachtung und Konsequenzen für den Massnahmenvollzug. Daher sehen sich die Autoren in ihrer Funktion als Leiter der grössten schweizerischen Ausbildungsstätten und klinischen Behandlungseinrichtungen im Bereich der forensischen Psychiatrie sowie als Vertreter der universitären forensischen Psychiatrie in der Pflicht, die Urteile hinsichtlich ihrer möglichen Folgen zu kommentieren.

Das Bundesgericht beschreibt die «schwere psychische Störung» als Rechtsbegriff, der sich auf ein medizinisches Substrat beziehe – ein Defizit mit Krankheitswert –, das anhand diagnostischer Kriterien…

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