From the magazine recht 1/2020 | S. 1-23 The following page is 1

Zwangsvollstreckungsrechtliche Behandlung von Kryptowährungen

Fällt ein Verwahrer von Kryptowährungen in Konkurs oder werden bei einem Schuldner Kryptowährungen gepfändet, so stellt sich die Frage, ob und inwiefern Drittansprecher (z.B. Kunden eines konkursiten Wallet Providers) sich gegen eine Verwertung «ihrer» Werteinheiten wehren und diese herausverlangen können. Diese Frage wird sowohl unter (noch) geltendem Recht als auch mit Blick auf den nunmehr vorliegenden DLT-Entwurf des Bundesrates untersucht.

I. Einleitung

MtGox Co. Ltd., eine nach japanischem Recht organisierte Gesellschaft, betrieb eine Bitcoin-Tauschplattform, über die im Jahre 2013 und Anfang 2014 noch über 70% des weltweiten Bitcoin-Handelsvolumens abgewickelt wurden.1 Die Gesellschaft stellte einerseits eine Software zur Verfügung, die Käufer und Verkäufer von Bitcoins zusammenbrachte. Andererseits bewahrte sie die Bitcoins ihrer Kunden in entsprechenden Konten auf und wickelte die Zahlungsvorgänge in staatlichen Währungen ab. Die Kunden mussten sich also nicht direkt am eigentlichen Bitcoin-Netzwerk anschliessen, sondern sich nur um den Zugang zu ihrem Konto bei MtGox kümmern. Nachdem im Rahmen eines Hackerangriffs über 850 000 Bitcoins (heutiger Wert: rund Fr. 7 Mia.) gestohlen worden waren, wurde am 24. April 2014 in Japan der Konkurs über MtGox eröffnet.2

Bei einem solchen Konkurs eines Verwahrers von Kryptowährungen drängt sich die Frage auf, ob und inwiefern die Endnutzer «ihre» beim Konkursiten …

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