From the magazine recht 3/2014 | p. 141-143 The following page is 141

Praktikum am interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte

Wer sich für Menschenrechte interessiert und dieses Interesse mit einem Auslandsaufenthalt verbinden möchte, dem bietet ein Praktikum am interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte eine äusserst intensive Erfahrung. Starke wirtschaftliche Unterschiede sowie rigide Klassengesellschaften stellen das Umfeld dar, in dem der interamerikanische Gerichtshof operiert und energisch Wiedergutmachungen für komplexe und häufig auch historisch bedingte Menschenrechtsverletzungen fordert.

I. Kurzer Überblick über das interamerikanische Menschenrechtssystem

Der interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (Gerichtshof) mit Sitz in San José, Costa Rica, wurde 1979 durch die Amerikanische Menschenrechtskonvention (AMRK) geschaffen.1 Während 23 Staaten2 die AMRK ratifiziert haben, unterliegen jedoch bloss 20 Staaten3 der Gerichtsbarkeit des Gerichtshofes. Zudem hat Venezuela 2012 die AMRK gekündigt, weil sich der Gerichtshof unter anderem zu sehr in interne Angelegenheiten einmische.4 Im Unterschied zu seinem europäischen Pendant, dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), können einzig die interamerikanische Kommission für Menschenrechte und die Vertragsstaaten dem Gerichtshof Fälle unterbreiten.5 Ein Individuum kann eine Verletzung der AMRK nur vor der Kommission rügen.6 Diese überprüft den Fall zunächst auf seine Zulässigkeit und entscheidet nach der Zulässigkeitserklärung, ob sie den Fall vor den Gerichtshof bringt.7 Tut sie dies, so…

[…]
Abonnez-vous à la Newsletter recht pour rester informé.