Damian Schweighauser

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TPO und Corporate Governance

Am 12. Januar 2016 wurde Neymar da Silva Santos Júnior, kurz «Neymar», am Ballon d'Or zum drittbesten Fussballspieler der Welt gekürt. Seit seinem Transfer zum FC Barcelona gehört der Brasilianer zu den weltweit teuersten Fussballspielern. Um sich Neymar leisten zu können, musste der katalanische Spitzenverein 2013 eine Ablösesumme von 57,1 Millionen Euro stemmen. Davon erhielt der den Spieler bis zu diesem Zeitpunkt beschäftigende FC Santos allerdings nur einen Bruchteil von 17 Millionen Euro. Der Rest floss Gesellschaften und Investorengruppen zu, die sich frühzeitig vermögenswerte Rechte bei einem potenziellen Transfer des Spielers gesichert hatten. Der Fall Neymar schildert nur einen von zahlreichen Transfers, in welchen es Drittpersonen durch die Beteiligung an Transferrechten professioneller Fussballspieler gelang, bemerkenswerte Erträge zu generieren. Diese sogenannten Third Party Ownerships (nachfolgend TPO) trieben in verschiedenen Fällen bemerkenswerte Blüten: Gewissen Klubs gelang es dank ausgeklügelten Scouting-Systemen mit TPO-Agreements, namhafte Fussballspieler ohne nennenswerte Eigeninvestitionen zu verpflichten und ihre Konkurrenzfähigkeit so trotz limitierten finanziellen Möglichkeiten markant zu steigern. Andere wiederum scheiterten aufgrund unvorteilhafter TPO-Vereinbarungen, welche im schlimmsten Fall gar den Niedergang des Klubs bedeuten konnten. Solche Entwicklungen führten schliesslich zum Verbot der TPO durch den Weltfussballverband FIFA, welches am 1. Januar 2015 mit dem Art. 18#ter# des Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern (nachfolgend RSTS) für sämtliche der FIFA angeschlossenen Klubs in Kraft trat. Im folgenden Beitrag wird die TPO kurz vorgestellt und danach auf die spezifische Problematik, welche derartige Investments für die Corporate Governance von Schweizer Super-League-Klubs darstellen können, eingegangen.
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